Das Autohaus nebenan
- Bruttomonatslohn rund 3.290 Euro
- Kein Weihnachtsgeld
- Keine Gehaltsbausteine
Eine Lohnerhöhung von 200 Euro brutto kostet Sie rund 240 Euro, beim Mechaniker kommen davon etwa 120 Euro an. Der Rest geht an Finanzamt und Sozialversicherung. Steuerfreie Gehaltsbausteine drehen dieses Verhältnis um: Was Sie zahlen, kommt vollständig an. Voraussetzung ist fast immer, dass die Leistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird (§ 8 Abs. 4 EStG) und dass sie sauber dokumentiert ist.
Ihres Aufwands verpuffen bei einer klassischen Lohnerhöhung
kommen bei steuerfreien Bausteinen beim Mitarbeiter an
die in einer Kfz-Werkstatt tatsächlich funktionieren
Tragen Sie die Eckdaten eines Mitarbeiters ein und haken Sie die Bausteine an, die für ihn infrage kommen. Der Rechner zeigt, was Sie zahlen, was ankommt und wie sich der effektive Stundenlohn verändert.
Ein 13. Gehalt lässt sich nicht steuerfrei gestalten, gehört aber in den effektiven Stundenlohn.
Lohnsteuer und Arbeitnehmeranteil zusammen. Je nach Steuerklasse, Kirchensteuer und Kindern zwischen etwa 30 und 45 Prozent.
Sozialversicherung, Umlagen und Berufsgenossenschaft, in der Regel rund 21 bis 25 Prozent.
Alle Beträge sind Monatswerte und lassen sich anpassen. Jahresbeträge sind bereits umgerechnet.
Gegenüber dem Weg, dieselbe Nettowirkung über eine Lohnerhöhung zu erreichen.
Modellrechnung zur Orientierung, keine Beratung. Die tatsächlichen Abzüge hängen von Steuerklasse, Kirchensteuer, Kinderfreibeträgen und Krankenkasse ab. Pauschal besteuerte Bausteine sind vereinfacht mit ihrem vollen Wert angesetzt; die Pauschalsteuer trägt in der Regel der Arbeitgeber und ist in Ihren Kosten noch nicht enthalten. Das Zusätzlichkeitserfordernis nach § 8 Abs. 4 EStG ist zu beachten.
Wenn ein Mechaniker überlegt zu wechseln, vergleicht er meist eine einzige Zahl: den Bruttostundenlohn. 18 Euro hier, 19 Euro dort. Diese Zahl sagt aber wenig darüber aus, was am Monatsende auf seinem Konto landet, und noch weniger darüber, was Sie als Betrieb aufwenden.
Ein RechenbeispielObwohl Ihre Werkstatt einen Euro weniger Bruttostundenlohn zahlt, kommt beim Mechaniker rund ein Euro pro Stunde mehr an. Über ein Jahr sind das etwa 2.000 Euro netto. Der Grund: Das Weihnachtsgeld zählt zwar voll steuerpflichtig, erhöht aber den Jahresverdienst, und die Gehaltsbausteine kommen ungekürzt an.
Der größte Fehler ist, Bausteine einzuführen und nicht darüber zu sprechen. Eine jährliche Übersicht, was Ihr Mitarbeiter zusätzlich zum Bruttolohn erhält, wirkt im Bindungsgespräch stärker als jede Lohnerhöhung. Und sie gibt ihm die Zahl an die Hand, mit der er wirklich vergleichen kann.
In fast jeder freien Werkstatt gilt dieselbe ungeschriebene Regel: Wer hier arbeitet, bekommt Teile fürs eigene Auto zum Einkaufspreis. Das ist gelebte Praxis, gut für die Bindung, und steuerlich meist völlig unbeachtet. Denn viele Inhaber gehen davon aus, dass kein Vorteil entsteht, solange der Mitarbeiter bezahlt, was das Teil eingekauft wurde. Genau das ist der Irrtum.
Steuerlich zählt nicht, was Ihr Mitarbeiter zahlt, sondern die Differenz zu dem Preis, den ein normaler Kunde bei Ihnen zahlen würde. Diese Differenz ist Arbeitslohn. Solange sie im Jahr unter dem Rabattfreibetrag von 1.080 Euro bleibt (§ 8 Abs. 3 EStG), passiert nichts. Darüber hinaus wird sie lohnsteuer- und beitragspflichtig, und zwar rückwirkend für das ganze Jahr, wenn es in der Lohnsteuer-Außenprüfung auffällt.
Ein größerer Satz Reifen, eine Kupplung und zwei Inspektionen im Jahr, und der Freibetrag ist bei einem einzelnen Mitarbeiter erreicht. Bei einem Mechaniker, der sein Auto liebt und ständig etwas macht, geht es deutlich schneller.
Nicht nur das Material, auch die Arbeitsleistung ist eine Leistung, die Sie fremden Dritten anbieten. Wer dem Mitarbeiter die Arbeitsstunden schenkt oder stark verbilligt abrechnet, erhöht den geldwerten Vorteil zusätzlich.
Bei verbilligter Abgabe an Arbeitnehmer greift umsatzsteuerlich die Mindestbemessungsgrundlage (§ 10 Abs. 5 UStG). Die Umsatzsteuer bemisst sich dann nicht zwingend nach dem gezahlten Betrag. Das ist ein eigener Prüfpunkt und sollte für Ihren Betrieb einmal sauber geklärt werden.
Sie brauchen für jeden Vorgang einen internen Auftrag mit dem üblichen Verkaufspreis, dem gezahlten Betrag und der Differenz. Ohne diese Aufzeichnung schätzt der Prüfer, und zwar nicht zu Ihren Gunsten.
Neben der Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG mit Bewertungsabschlag und Freibetrag kann im Einzelfall die Bewertung nach § 8 Abs. 2 EStG günstiger sein, etwa wenn das Teil am Markt deutlich billiger zu bekommen ist. Welche Variante passt, gehört einmal durchgerechnet.
Im Gegenteil: Der Rabattfreibetrag ist einer der wertvollsten Bausteine, die eine Werkstatt überhaupt hat. Er kostet Sie deutlich weniger als sein gefühlter Wert beim Mitarbeiter, weil ein Teil davon Material zum Einkaufspreis und Arbeitszeit in ohnehin vorhandener Kapazität ist. Sie sollten ihn nur bewusst steuern statt nebenbei laufen lassen: Vorgänge erfassen, Freibetrag im Blick behalten, und wenn er ausgeschöpft ist, offen mit dem Mitarbeiter besprechen, statt es stillschweigend weiterlaufen zu lassen.
Die Entschädigung für die betriebliche Nutzung eigener Werkzeuge Ihres Mitarbeiters ist steuer- und beitragsfrei. In welcher Branche besitzen Mechaniker mehr eigenes Werkzeug als in der Kfz-Werkstatt? In der Praxis werden häufig Beträge um 20 Euro im Monat angesetzt.
Voraussetzung sind eine schriftliche Vereinbarung und die Dokumentation der betrieblichen Nutzung. Der Betrag darf die tatsächlichen Aufwendungen nicht übersteigen.
Typische Berufskleidung, die Sie stellen, ist steuerfrei: Arbeitsanzug, Sicherheitsschuhe, Winterjacke. Der Zusatz, den viele übersehen: Auch pauschale Reinigungskosten können steuerfrei erstattet werden.
Die Reinigungspauschale gilt nur für Kleidung, die Sie als Arbeitgeber gestellt haben. Für privat beschaffte Kleidung ist sie steuerpflichtig.
1.080 Euro im Jahr für Waren und Leistungen, die Ihr Betrieb überwiegend fremden Dritten anbietet. In der Werkstatt sind das Teile und Reparaturleistungen. Ein Vorteil mit hohem gefühlten Wert und vergleichsweise geringen echten Kosten.
Maßgeblich ist die Differenz zum üblichen Kundenpreis, nicht der gezahlte Betrag. Details im Abschnitt darüber.
Diese Bausteine setzen voraus, dass sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden (§ 8 Abs. 4 EStG). Eine Umwandlung von bestehendem Gehalt ist ausgeschlossen.
Hier darf bestehendes Gehalt umgewandelt werden. Das lohnt sich besonders, wenn Ihr Mitarbeiter die Leistung ohnehin privat bezahlen würde.
Die meisten steuerfreien Bausteine setzen voraus, dass sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden (§ 8 Abs. 4 EStG). Wer bestehendes Gehalt umwandelt, verliert die Begünstigung. Welche Bausteine umwandelbar sind, zeigt die Liste oben.
Bei 50,01 Euro ist nicht nur der Cent darüber steuerpflichtig, sondern der gesamte Betrag. Achten Sie zusätzlich auf die Vorgaben für Gutscheine und Geldkarten: Nicht jede Karte erfüllt die Anforderungen, reine Geldsurrogate sind ausgeschlossen.
Werkzeuggeld ohne schriftliche Vereinbarung, Rabattgewährung ohne Nachweis des üblichen Preises, Reinigungspauschale für privat beschaffte Kleidung: Das sind die drei häufigsten Beanstandungen. Jeder Baustein braucht eine Grundlage in der Personalakte.
Der Freibetrag von 110 Euro je Teilnehmer gilt für zwei Veranstaltungen im Jahr. Der übersteigende Anteil kann pauschal mit 25 Prozent versteuert werden, beitragsfrei bleibt er aber nur, wenn die Versteuerung noch im Entstehungsjahr erfolgt. Wer erst im Folgejahr korrigiert, zahlt Sozialversicherung nach.
Das private Aufladen eines Elektrodienstwagens konnte bisher mit monatlichen Pauschalen steuerfrei erstattet werden. Seit dem 1. Januar 2026 ist dafür ein Nachweis erforderlich. Wer noch mit den alten Pauschalen arbeitet, sollte die Abrechnung umstellen.
Zehn Bausteine gleichzeitig überfordern die Lohnabrechnung und wirken beim Mitarbeiter weniger als drei, über die Sie im Gespräch reden. Fangen Sie mit den Bausteinen an, die zum jeweiligen Mitarbeiter passen.
Bestandsaufnahme: Welche Bausteine laufen bei Ihnen schon, ohne dass es jemand so nennt? Getränke, Parkplatz und Arbeitskleidung gibt es in fast jeder Werkstatt.
Auswahl je Mitarbeiter: Der Kita-Zuschuss hilft dem jungen Familienvater, das Werkzeuggeld jedem Mechaniker, die Geringverdiener-Förderung dem Azubi.
Sauber vereinbaren: schriftliche Vereinbarung je Baustein, Aufnahme in die Lohnabrechnung, Ablage in der Personalakte.
Sichtbar machen: eine jährliche Übersicht, was der Mitarbeiter zusätzlich zum Bruttolohn erhält. Sie wirkt im Bindungsgespräch stärker als jede Lohnerhöhung.
Bei einer Lohnerhöhung zahlen Sie ungefähr das Doppelte dessen, was beim Mitarbeiter ankommt. Bei steuerfreien Bausteinen kommt Ihr Aufwand vollständig an. In der Größenordnung von 120 Euro monatlich sparen Sie so rund 1.500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr.
Dieser Fachbeitrag wurde von den Steuerberatern der Kanzlei Kowollik & Kröber (k-partners) in Chemnitz erstellt. Er ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung; eine Haftung wird nicht übernommen. Die Rechenbeispiele sind Modellwerte und hängen von Steuerklasse, Kirchensteuer, Kinderfreibeträgen und Krankenkasse ab.
Rechtsstand: Juli 2026. Genannte Vorschriften unter anderem: § 3 Nr. 15, 19, 30, 31, 33, 34, 34a, 37, 39, 45, 46, 50, 63 EStG, § 8 Abs. 2, 3 und 4 EStG, § 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG, § 40 Abs. 2 EStG, § 100 EStG, § 10 Abs. 5 UStG, R 19.6 LStR, H 19.3 LStH.
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